19-Jähriger kämpft für mehr Jugendbeteiligung in der Politik – und will das Wahlalter senken
Mia Albrecht19-Jähriger kämpft für mehr Jugendbeteiligung in der Politik – und will das Wahlalter senken
Jannis Auffenberg, ein 19-jähriger Student aus Bielefeld, hat bereits bei mehreren Wahlen seine Stimme abgegeben – doch für ihn geht Demokratie viel weiter. Dass Bürger nur alle paar Jahre wählen dürfen, reicht ihm nicht aus, um echten Einfluss auf Entscheidungen zu haben, die ihr Leben prägen. Jetzt setzt er sich dafür ein, dass jüngere Stimmen in der Politik Gehör finden, beginnend mit einer Absenkung des Wahlalters bei der Landtagswahl 2027 in Nordrhein-Westfalen.
Auffenberg hat an der Europawahl 2024, der letzten Bundestagswahl und den Kommunalwahlen 2025 teilgenommen. Doch für ihn ist die Stimmabgabe kaum mehr als ein schwacher Trost. Sein Eindruck: Sobald die Stimmen ausgezählt sind, verlieren Politiker oft das Interesse an den Anliegen der Bürger.
Er kritisiert, dass das aktuelle Wahlalter von 18 Jahren eine willkürliche Grenze sei, die junge Menschen von Entscheidungen ausschließe, die ihre Zukunft direkt betreffen. Themen wie Klimaschutz oder Schulfinanzierung, so Auffenberg, erforderten ihre Mitsprache. Die Vorstellung, dass die Stimme eines jungen Menschen weniger Gewicht haben solle als die eines älteren, erfahrenen Wählers, lehnt er ab.
Doch Auffenberg geht es um mehr als nur Wahlen: Echten Einfluss, so seine Überzeugung, erlangen Bürger erst durch Mitgestaltung und tiefere Einbindung in politische Prozesse. Er betont die Notwendigkeit besserer politischer Bildung, die den Menschen das Rüstzeug gibt, um Entscheidungsprozesse zu verstehen und sich einzubringen. Junge Menschen, fordert er, müssten in fast allen gesellschaftlichen Bereichen mitreden dürfen – nicht nur alle paar Jahre an der Wahlurne.
Sein Vorstoß, das Wahlalter für die Landtagswahl 2027 in Nordrhein-Westfalen auf 16 Jahre zu senken, zielt darauf ab, junge Menschen stärker in die Demokratie einzubinden. Sein Argument: Demokratie darf nicht bei gelegentlichen Wahlen enden, sondern muss eine kontinuierliche Teilhabe ermöglichen. Die Initiative spiegelt eine breitere Forderung wider – dass junge Perspektiven die Politik mitgestalten, die ihr Leben über Jahrzehnte prägen wird.